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Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit

In Erkenntnis on 21. Mai 2008 at 15:30

Jeden Tag fällen wir Entscheidungen, die unseren Sinn für Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit betreffen. Einige mögen gewichtig sein und zahlreiche Menschen betreffen. Wiederum andere erscheinen weniger bedeutsam: Halte ich um 2 Uhr in der früh an einer roten Ampel auch wenn niemand sonst auf der Straße zu sehen ist? Drängel ich mich an der Kasse vor? Versuche ich unter falschem Vorwand, mir einen kleinen Vorteil zu erschleichen?

Obwohl die meisten unserer täglichen Entscheidungen nicht das Gesetz brechen oder schwerwiegende schlimme Folgen haben, ist doch unser Charakter sowohl durch diese kleinen wie auch großen Entscheidungen definiert. Immer wieder wird der Wunsch, ein ehrliches und moralisches Leben zu führen auf den Prüfstand gestellt. Unser Verhalten zeigt, wer wir nämlich wirklich sind und es gibt uns doch zugleich die Möglichkeit, unsere Gott-gegebene Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit zum Ausdruck zu bringen.

Aber kann eine kleine Lüge solch eine große moralische Bedeutung im Leben erlangen? Fragen wir uns doch, wie viele Lügen machen einen Lügner aus? Aus Sicht dessen, der belogen wurde, genügt eine einzige Lüge. Das heißt nicht, daß wir eine durch Unwahrheiten geschädigte Beziehung nicht wieder reparieren können. Doch warum sollten wir bewußt durch falsche Worte alles aufs Spiel setzten, woran wir so lange gearbeitet haben? Und wollen wir wirklich so viel Energie aufbringen, um die Lüge nicht auffliegen zu lassen?

Auf der anderen Seite benötigt Ehrlichkeit überhaupt keinen heuchlerischen Aufwand. Sie hilft uns vielmehr, uns selbst zu stärken und die Gedanken klar und frei von Verwirrungen zu halten. Das Leben mit Integrität zu meisten, gibt uns sogar wohltuende Freiheit, da es nichts zu vertuschen gibt, keine Schuld zu verarbeiten ist und wir eine klare Richtlinie haben, auf alle täglichen Situationen zu reagieren. Anstatt sich in Lügennetzen zu verstricken, die uns jederzeit eine Falle stellen können, vermögen wir vielmehr ohne selbst angelegte Fesseln liebenswerte Beziehungen auf der Basis gegenseitigen Vertrauens zu genießen.

In Science and Health with Key to the Scriptures von Mary Baker Eddy ist zu lesen: „Honesty is spiritual power. Dishonesty is human weakness, which forfeits divine help“ (Seite 453). Und Jesus sagte: „Ye shall know the truth, and the truth shall make you free“ (John 8:32). Ehrlichkeit ist demnach spirituelle Kraft und wer die Wahrheit sucht, ist frei. Aber wie können wir die Wahrheit suchen, wenn wir nicht in unseren Motiven und Handlungen aufrichtig sind? Ist es wirklich immer so leicht, aufrichtig zu sein? Natürlich nicht!

Wenn Ehrlichkeit und Rechtschaffenheit ins Abseits geraten, erscheint es schwierig, Ansichten und Verhalten zu ändern, die es bequem machen zu sagen, daß es schon irgendwie in Ordnung ist, zu lügen. Aber Göttliche Wahrheit – eine andere Bezeichnung für Gott – offenbart sich jedem Menschen, der darum bittet, das Richtige zu tun. Wir sind alle als Söhne und Töchter Gottes im Ebenbild dieser Göttlichen Wahrheit geschaffen und dieses Wissen gibt uns alle Kraft, den trügerischen Vorteilen der Lüge zu widerstehen.

Es ist eine angeborene Fähigkeit des Menschen als Ebenbild und Gleichnis des wahrheitsliebenden Gottes, moralisch gute Entscheidungen im Leben zu treffen. Die Freiheit aus richtigen Entscheidungen – ob klein oder groß – ist den Aufwand allemal wert und wird von der Göttlichen Kraft getragen, die universell und harmonisch ist.