In einer populären Kolumne des „Wall Street Journal“ war kürzlich die Empfehlung zu lesen, den Haushaltsvorrat an Grundnahrungsmitteln zu erhöhen bevor die Preise dafür weiter steigen. Der Autor gab zu bedenken, daß bei niedrigen Zinsen und künftig steigenden Preisen für Rohstoffe, Investitionen in Gemüse und andere Lebensmittel eine weitaus bessere Geldanlage sei, da diese entsprechend die teuer würden.
Sicherlich ist es keine schlechte Idee, über Vorräte und Ressourcen für unerwartete Notsituationen zu verfügen. Allerdings hat nicht jeder von uns die Möglichkeit, säckeweise Mehl oder kiloweise Dosenfleisch einzukaufen. Und ob dies überhaupt sinnvoll ist, stellt eine ganz andere aber wichtige Frage dar.
Deshalb ist eine tiefergreifende Überlegung zu diskutieren. Was bevorraten wir eigentlich in unseren Gedanken? Treffen wir beim Gemüseinkauf eine ökonomische Bedarfsentscheidung oder reagieren wir nur auf die Panikmache in den weltweiten Medien?
Furcht ist keine intelligente Motivation und wenn wir uns davon beeinflussen lassen, machen wir letztlich nur kostspielige Fehler und dies sogar auf Kosten anderer, schwächerer Menschen. Entscheidungen aus Furcht heraus schließen Gott aus jeglichen Begründungen und Überlegungen aus und damit starten wir von Anfang an unvermeidlich in die falsche Richtung.
Gedanken mit Gott zu beginnen, gibt uns zunächst die Gewißheit, daß Er unsere Bedürfnisse kennt und uns zu klugen Entscheidungen und Handlungen führen wird. Gott ist der Mittelpunkt allen Lebens und alles, sowohl Lebensmittel, Öl und andere Rohstoffe haben einen spirituellen, göttlichen Ursprung. Wir verfügen bereits über alles, was wir brauchen, einfach weil Gott fortdauernd an unserer Seite steht. Dieses Verständnis benötigen wir dringend in unserem mentalen Vorrat.
Mary Baker Eddy schrieb: „God gives you His spiritual ideas, and in turn, they give you daily supplies. Never ask for tomorrow: it is enough that divine Love is an ever-present help; and if you wait, never doubting, you will have all you need every moment“ (Miscellaneous Writings 1883-1896, Seite 307).
Sie sprach sich keineswegs gegen den Kauf zusätzlicher Vorrräte des täglichen Lebens aus. Im Gegenteil, Mary Baker Eddy lebte in einer Zeit, da die Bevorratung von Lebensmitteln notwendig war und Armut und Mangel in vielen Haushalten herrschte. Vielmehr schlug sie ein Umdenken vor: Wir verstehen uns zu allererst als Kinder Gottes und Gott kümmert sich um unsere Nöte, indem wir seine Ideen durch Gebet verstehen und dadurch unsere Existenz mit den richtigen Entscheidungen ohne Furcht sichern können.
Gott ist Liebe und seine Liebe zu uns ist die Grundlage, auf die wir vertrauen können. So finden wir immer Sicherheit in den Armen unseres Beschützers. Die Bibel hält zahlreiche Beispiele dieser Sicherheit bereit. Das Buch Exodus gibt beruhigende Zeugnisse, wie Gott die Bedürfnisse seines Volkes Israel auf der Suche nach einem besseren Land erhörte. Gott half den Israeliten viele Male, oft unverhofft und in großen Schwierigkeiten.
In einer anderen, inspirierenden Passage der Bibel steht Jesus einer hungrigen Menschenmenge gegenüber. Er bat um Gottes Segen und ihm wurde mehr als genug Brot und Fisch gegeben. Es blieb sogar noch etwas davon übrig und dies wurde selbstverständlich aufgehoben (vgl. Matthäus 15, Johannes 6).
In beiden Situationen hatten die Menschen und auch ihre Anführer keine besonderen Lebensmittelvorräte als sie aufbrachen, um Gott zu folgen. Essen wurde ihnen gegeben aber weitaus wichtiger war die Erkenntnis, daß das Gute von Gott kommt, der uns liebt und an unserer Seite ist, gleichgültig wie schwierig die Lage auch sein mag. Moses und Jesus zeigten den bedürftigen Menschen damals wie auch heute, daß wir mit Gott an erster Stelle in unserem Leben und mit dem uneingeschränkten Vertrauen auf Ihn immer Lösungen für jegliche Probleme finden werden.
Wenn es also darum gehen sollte, Lebensmittelvorräte anzuhäufen, ist es klüger, unsere mentalen Ressourcen zuerst zu überprüfen. Vertrauen wir auf Gott anstatt aus Furcht zu handeln, dann überlegen, entscheiden und handeln wir in Ruhe und Überlegenheit. Mit dem Wissen, in Gott geborgen zu sein sein, sind wir klügere Konsumenten, gelassenere Mitmenschen und verantwortungsvollere Bürger dieser Welt.